Nachhaltigkeit und Zukunft

Foto: Moritz Jekat, 2015, entstanden im Rahmen eines Forschungsprojekts der FH Potsdam, Fachbereich Design, Projektkurs Fotografie, Prof. Wiebke Loeper
Foto: Iona Dutz, 2015, entstanden im Rahmen eines Forschungsprojekts der FH Potsdam, Fachbereich Design, Projektkurs Fotografie, Prof. Wiebke Loeper
Foto: Moritz Jekat, 2015, entstanden im Rahmen eines Forschungsprojekts der FH Potsdam, Fachbereich Design, Projektkurs Fotografie, Prof. Wiebke Loeper
Foto (Ausschnitt): Johanna Olm, 2015, entstanden im Rahmen eines Forschungsprojekts der FH Potsdam, Fachbereich Design, Projektkurs Fotografie, Prof. Wiebke Loeper
Foto (Ausschnitt): Nicole Krüger, 2015, entstanden im Rahmen eines Forschungsprojekts der FH Potsdam, Fachbereich Design, Projektkurs Fotografie, Prof. Wiebke Loeper
Foto: Franz Grünewald, 2015, entstanden im Rahmen eines Forschungsprojekts der FH Potsdam, Fachbereich Design, Projektkurs Fotografie, Prof. Wiebke Loeper

TRAFO

Modelle für Kultur im Wandel

Eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes

Die Kulturstiftung des Bundes hat bereits in vielen ihrer Programme die Kulturinstitutionen in Deutschland angeregt, sich im Sinne einer Weiterentwicklung zu verändern. Bislang profitierten davon vor allem die Institutionen in größeren Städten. Mit dem Programm „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“ wendet sich die Kulturstiftung des Bundes erstmals gezielt an ländliche Regionen und kleinere Gemeinden mit ihrem Kulturangebot, um dort Transformationsprozesse anzustoßen.

Hintergrund

Viele ländliche Regionen haben mit folgenreichen Veränderungen zu kämpfen: Der Strukturwandel in Industrie und Wirtschaft lässt Arbeitsplätze wegbrechen, in kleineren Städten und im ländlichen Raum gibt es immer weniger Bewohner mit einem immer höheren Durchschnittsalter. Die Steuereinnahmen sinken. Kultureinrichtungen wie Theater, Bibliotheken, Museen stehen bei Sparzwängen häufig zuerst zur Disposition, weil sie zu den freiwilligen Aufgaben der Gemeinden gehören. Ihr Wert für das Zusammenleben in den Regionen wird oft als nachrangig betrachtet, obwohl gerade sie zur Stabilisierung von Identität und Gemeinschaftsbildung wesentlich beitragen können.

Während sich die Kulturinstitutionen in den Großstädten seit einigen Jahren mit den Veränderungen der Stadtgesellschaft beschäftigen, stehen die Einrichtungen in kleineren Städten und im ländlichen Raum vor der grundsätzlichen Frage: Was können wir unseren Bürgern überhaupt noch anbieten? Und was brauchen die Menschen, die hier leben? Auch sind die Bedingungen für die Kulturproduktion abseits der Metropolen grundlegend anders. Die regionalen Kulturinstitutionen müssen sich an ein breiteres Publikum wenden und verfügen in der Regel über deutlich knappere Budgets.

Die Initiative

In Zusammenarbeit mit ausgewählten Modellregionen werden in enger Kooperation mit den beteiligten Partnern vor Ort Konzepte für eine Transformation bestehender Kultureinrichtungen entwickelt. Dabei geht es nicht allein darum, möglichst viele dieser Einrichtungen zu bewahren, sondern vielmehr nach ihrer veränderten Rolle zu fragen: Wen wollen wir erreichen? Wie soll ein attraktives Kulturangebot für die Stadt und die Region in Zukunft aussehen? Wie kann es anders organisiert werden? Gefördert werden Projekte und künstlerische Ansätze mit Pionierfunktion, die neue Wege kultureller Produktion aufzeigen.

In ganz Deutschland wurden zunächst vier Regionen ausgewählt, die exemplarisch für die vielfältigen Herausforderungen in strukturschwachen und ländlich geprägten Regionen stehen. Modellhafte Projekte im Oderbruch, in Südniedersachsen (Osterode, Seesen, Welterbe im Harz) in der Saarpfalz und auf der Schwäbischen Alb zeigen, welche Potenziale in der Veränderung liegen. Mit partizipativen und kooperativen Ansätzen geben sie Beispiele dafür, wie lokale und regionale Kultureinrichtungen zu zeitgemäßen, spannenden Lern- und Kulturorten werden.

Neben der Umsetzung von konkreten Projekten in den Modellregionen geht es im TRAFO-Programm wesentlich darum, die dort gemachten Erfahrungen weiterzugeben und eine weiterführende Debatte anzustoßen. Wie erfindet sich eine Institution neu? Wie gelingt die Bürgerorientierung? Wie können sich kommunale Angebote ergänzen, und welche Allianzen können gebildet werden zwischen Kultur, Politik und Verwaltung zugunsten attraktiver Kulturinstitutionen?

Um die Erfahrungen aus den Modellregionen bundesweit zu vermitteln, gibt es die TRAFO-Akademie. Sie wendet sich an die Institutionenleiter, Verwaltungsmitarbeiter und Kulturverantwortlichen in den jeweiligen Regionen, die voneinander lernen und für ihre Situation Anregungen übernehmen wollen.

Ein internationaler Ideenkongress im September 2018 in Halle an der Saale soll die Akteure aus den Modellprojekten, Vertreter aus vielen anderen Regionen, Wissenschaftler, Künstlerinnen, Politikerinnen und Verwaltungsmitarbeiter zusammenbringen und die Modelle für Kultur im Wandel vorstellen und diskutieren.

Ideenkongress 2018


Kultur, Alltag und Politik auf dem Land

Etwa die Hälfte der Menschen in Deutschland lebt in ländlichen Regionen, in Dörfern und kleinen Städten. Suburbanisation und Selbstversorgung, Zusammenhalt und Rückzug ins Private, Erhalt der kulturellen Infrastruktur und Alterung der Vereine, Änderung der Arbeitswelt und nachhaltige Landnutzung, Zu- und Abwanderung: viele Zukunftsfragen der Gesellschaft lassen sich von hier aus betrachten und diskutieren. Die ländlichen Räume und die Beziehungen zwischen Stadt und Land haben ihre eigene Geschichte, die eine Vergegenwärtigung lohnt.

Vom 19. bis 21. September 2018 lädt TRAFO zu einem Ideenkongress nach Halle an der Saale ein. Kulturschaffende und Künstlerinnen, Politiker und Wissenschaftlerinnen, Vertreterinnen von Kultureinrichtungen und Mitarbeiter von Verwaltungen diskutieren Fragen nach der Zukunft ländlicher Räume und nach der Kultur auf dem Land: Welche Interessen treffen aufeinander, wenn Kultur, Politik und Verwaltung, wenn Touristiker und Regionalentwickler über Kultur sprechen? Welche Entwicklungsperspektiven hat der ländliche Raum zwischen grüner Steckdose für die Stadtgesellschaft und lebenswertem Arbeits- und Wohnort? Wie sehen lebendige Kulturorte auf dem Land aus und wie ist eine zukunftsweisende Kulturförderung für den ländlichen Raum zu gestalten? Wie steht es um den Lokaljournalismus und das Ehrenamt auf dem Land? Und führt Entbürokratisierung zu mehr Selbstwirksamkeit in den Systemen der kleinen Städte?

Der Ideenkongress will bestehende Diskurse rund um ländliche Räume zusammenbringen und die Frage nach neuen Aufgaben der Kulturorte und Thesen für eine zukünftige Kulturpolitik diskutieren.

In der ersten Förderrunde bis 2020 stellt die Kulturstiftung des Bundes für TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel insgesamt 13,5 Mio. Euro bereit. Für die Erweiterung von TRAFO um bis zu fünf neue Regionen wird das Programm um bis zu 9,3 Mio. Euro aufgestockt.

Termine
18.01.2017 - 20.01.2017 Clausthal-Zellerfeld 1. TRAFO-Akademie
18.09.2017 - 20.09.2017 Münsingen, Schwäbische Alb 2. TRAFO-Akademie
23.04.2018 Oderbruch Museum, Altranft Kulturpolitischer Nachmittag
23.04.2018 - 25.04.2018 Oderbruch Museum, Altranft 3. TRAFO-Akademie
19.09.2018 - 21.09.2018 Volkspark, Halle (Saale) Ideenkongress